Drei Interessenten hatten sich trotz der vorhergesagten Schneeschauer zum kleinen Gipfelsammeln in den Bergen westlich von Flintsbach angemeldet. Wir parkten beim Friedhof von Flintsbach und wanderten in Richtung Brannenburg, um dann links zum Altenburger Hof abzubiegen.

 

Wir liefen die ansteigende Forststraße entlang bis zur Kreuzung nach St. Margarethen, wo wir links abbogen, um alsbald den Steig zu erreichen, der auf weich gepolstertem Waldboden verläuft und in höheren Lagen mit Steinen ausgebaut ist. Das Wurzelwerk bis zum Großen Riesenkopf (1337 m) war dünn mit Schnee bedeckt und durchaus begehbar, jedoch schwieriger. Nach 20 Minuten genossen wir den Gipfel, wo man wegen der Wolken kaum Sicht auf das Tal hatte. Vor unserem Aufbruch kam uns der erste Wanderer entgegen, gefolgt von mehreren kleinen Wandergruppen bei unserem Abstieg. Über die Riesenkopfalm (1176 m) und den beginnenden Maigraben stiegen wir weglos zum Sattel hoch, der zum Rehleitenkopf führt. Wir rätselten über uns unbekannte Tierspuren im Schnee. Vom Rehleitenkopf (1338 m), von wo man eine bessere Sicht in die Täler hatte, ging es wieder auf weglosem Gelände über den Schneehang hinab zu einer gemütlichen Einkehr in den Berggasthof „Hohe Asten“. Auf dem Wirtschaftsweg ging es dann weiter bergabwärts in Richtung Inntal. Der erneute Anstieg von der unteren Abzweigung (767 m) zum Petersberg (Kleiner Madron) war recht beschwerlich. Enttäuscht waren wir, dass die romanische Wallfahrtskirche (857 m) verschlossen war. Abenteuerlich war der darauffolgende Schneesturm, der fast bis zur Ankunft im Talort Flintsbach dauerte.

Es war wegen der Lichtreflektion durch den Schnee heller als im herbstlichen Oktober. Bei dünner Schneelage ist diese abwechslungsreiche und kulturgeschichtlich bedeutungsvolle Gegend sehr reizvoll. Mit zwei Gegenanstiegen ist die sechsstündige Wanderung mit ihren insgesamt 1.100 Höhenmetern auch sportlich nicht zu verachten.

Erhard Günzel

2Tierspuren im Schnee 4Blick auf Riesenkopf

5Rehleitenkopf2 3Rehleitenkopf

1Riesenkopf