Die Tour zur Winnebachseehütte am 14/15. März stand von Anfang an unter einem guten Stern: Die Wettervorhersage versprach zwei sonnige Tage, der Lawinenwarnbericht war überaus günstig ausgefallen.

Bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen zog unsere Gruppe am Samstag Vormittag von dem am Fuß des Breiten Grieskogels gelegenen Dorf Gries am Sulzbach los. Mit dabei waren Susanne, die die Tour vorbereitet und geleitet hat, Anita, Meike, Philipp, Jonas, Nepomuk und Eckhart. Für Philipp und Jonas war es die erste Skitour überhaupt. Sie sollte sie auf über 3000m Höhe führen.

 

Zu Anfang hieß es allerdings erst einmal Skier abschnallen, denn der Schnee war im Tal schon geschmolzen und die ersten hundert Höhenmeter mussten wir daher zu Fuß überwinden. Dann erst konnte der Aufstieg auf Skiern beginnen. Die Route durch das schmale Winnebachtal war gut begehbar und nur an manchen Stellen rutschig. Bei ungünstigeren Bedingungen wäre auf mögliche Lawinen von den rechten und linken Hängen Acht zu geben gewesen, aber bei der nun schon recht dünnen Schneedecke und Lawinenwarnstufe 1 mussten wir deswegen keine großen Sorgen haben.

 

Die Winnebachseehütte ist weder vom Tal noch während des Aufstiegs zu sehen. Erst im letzten Augenblick tritt sie recht plötzlich hinter einem Felskegel hervor. Hat man das vergleichsweise kleine steinerne Haus erst einmal erblickt, so ist man auch schon so gut wie angekommen. Vor dem Haus befindet sich dem Tal zugewandt die einladende Terrasse, auf der wir uns sogleich nieder gelassen und zu Mittag gegessen haben. Der Empfang auf der Hütte ist herzlich, die Getränke frisch und die Speisen köstlich. Man bekommt dort oben (2362m) einen vorzüglichen Kaiserschmarrn serviert.

 

Das es noch früh am Nachmittag war, beschloss ein Teil der Gruppe (Susanne, Meike, Nepomuk, Eckhart) noch eine kleine Tour in Richtung Putzenkarscharte zu unternehmen. Die Zurückgeblieben, Anita und die beiden „Neulinge“ Jonas und Philipp nutzten die Zeit, um die Bergung mit dem Lawinensuchgerät zu üben. Der Weg zur Putzenkarscharte führt hinter dem Haus auf zunächst weitgehend ebener Strecke in östlicher, dann zunehmend steiler ansteigend in südlicher Richtung in einen Kessel, von dem schließlich ein schmaler und steiler Hang zur Scharte aufsteigt. Das letzte Stück wäre sicherlich ein hervorragendes Übungsgelände für Spitzkehren gewesen, aber nachdem auf dem vorhergehenden Aufstieg schon ein Skistock zu Bruch gegangen war und das Menetekel einer sich in Sichtweite abspielenden Hubschrauberrettung vor Augen, entschloss man sich zur Abfahrt.

 

Wieder auf der Hütte angekommen, herrschte dort dichtes Gedränge. An dem sonnigen Wochenende war die Hütte ausgebucht. Zu unserer Gruppe stießen noch ein paar Freunde von Anita hinzu, so dass unser Tisch zum Abendessen mit elf Leuten voll besetzt war. Nach dem Abendessen forderte die frische Luft und das frühe Aufstehen am Samstagmorgen seinen Tribut, so dass bis zehn Uhr jeder zu Bett gegangen war.

 

Gut ausgeschlafen brachen wir dann am Sonntag nach dem Frühstück zum zweiten Teil der Tour auf. Von der Winnebachseehütte eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten für Skitouren. Das Ziel unserer Tour war Kühlenkarscharte, zur der der Weg über den Bachfallfernergletscher führt. Zunächst geht es wieder in östlicher Richtung los, allerdings diesmal am Putzenkar vorbei. Nach einem kurzen, steileren Abschnitt, öffnet sich dann ein herrliches Bergpanorama. Rings herum von den Gipfeln des Längentaler Weißkogel, Geißlehnkogel, Furmenteler, der Kühlenkarschneid und Putzenkarschneid umgeben, füllt der Bachfallferner in gleichmäßigen weißen Bögen eine weiträumige Senke aus. Der unproblematische Aufstieg über den Gletscher war einfach nur zum Genießen. Da anders als vorhergesagt fast kein Wind wehte, bot sich die knapp über 3.000m hoch gelegene Kühlenkarscharte als bequemer Rastplatz mit schönem Ausblick auf die gegenüberliegende Bergkette (Reichenkarspitze) an. Eine andere Gruppe hatte sich dort bereits niedergelassen, aber es gab Platz genug.

 

Die Abfahrt durch schönsten Pulverschnee war auch für die weniger Geübten ein reines Vergnügen. Nach einer weiteren ausgiebigen Mittagsrast auf der Sonnenterasse der Winnebachseehütte, sollte es dann wieder ins Tal gehen. Diesmal war die Abfahrt schon etwas anspruchsvoller. Je nach Hanglage wechselten die Schneeverhältnisse zwischen einer weichen aufgefirnten Oberfläche oder einer harten, vereisten Kruste. Die nur noch dünne Schneedecke legte zudem an machen Stellen bereits Felsen und Gestrüpp frei, zwischen denen sorgsam hindurch navigiert werden musste. Nach dem unvermeidlichen Fußabstieg auf dem letzten Stück und noch einer kleinen Strecke Pistenski erreichten wir noch am frühen Nachmittag glücklich und erschöpft wieder den Parkplatz. Alles in allem war die von Susanne Habenicht geleitete Tour ein voller Erfolg.