Vorstandsbericht im Frühjahr 2021

Es ist Herzensangelegenheit der Sektion, die Ostpreußenhütte als Erinnerungsstück an die Geschichte der Gründerheimat im ursprünglichen Charakter zu erhalten und ganzjährig zu bewirt­schaften. Aber sie ist nicht isoliert, es gibt keine angemessene Wirtswohnung und in vielen Punkten erfüllt sie nicht die behördlichen Auflagen. Um die Hütte weiter betreiben zu können ist eine Generalsanierung unvermeidlich.

Zur Generalsanierung sind erhebliche Anstrengungen notwendig. Die Vereinsleitung hat den DAV-Dachverband um Hilfe gebeten. Moritz Schmidt vom Ressort Hütten und Wege hat daraufhin ein Sanierungskonzept entworfen und mit uns abgestimmt, welches unter voller Ausnützung der Zuschüsse finanzierbar erscheint. Die Gesamt­kosten werden auf 930.000€ geschätzt.

Im Herbst-Rundbrief 2020 wurde das Projekt vorgestellt und in der Corona-bedingt schwach besuchten Mitgliederversammlung am 30. Juli 2020 zur Diskussion gestellt. Obwohl die Umsetzung nur mit einer Verschuldung der Sektion finanzierbar ist, erhielt der Vorstand von allen anwesenden Mitgliedern volle Zustimmung und den Auftrag, das Projekt weiter zu verfolgen.

Finanzierung

Inzwischen haben wir mehr Klarheit zum Umfang. Es bleibt bei den grob veranschlagten Kosten in Höhe von 930.000€. Ein beträchtlicher Anteil (ca. 24%) wird vom Staat bezuschusst, wenn uns die "energetische Sanierung" gelingt und der Energieverbrauch auf die Hälfte reduziert wird. Das ist genau das Ziel, welches wir verfolgen, damit die Hütte auch im Winter wirtschaftlich betrieben werden kann. Weitere 7% kommen von der öffentlichen Hand und der DAV sagt über 53% Grundbeihilfe, Zusatzbeihilfe und Variable Beihilfe zu. Am Ende muss die Sektion aber doch 16% der Baukosten tragen, was nur möglich ist, wenn wir ein Darlehen aufnehmen. Die Darlehensvergabe ist vom DAV zugesichert, aber die Einhaltung des Kostenrahmens kann heute niemand garantieren. Es sind Sicherheiten eingeplant. Trotzdem kann es sein, dass die Sektion mehr aufbringen muss, als heute absehbar.

Tilgung

Wir erwarten, dass die Einnahmen aus dem Hüttenbetrieb nach der Sanierung vollständig zur Tilgung des Darlehens eingesetzt werden können. Erst nach einigen Jahren müssen wieder Rückstellungen für Neuanschaffungen und Reperaturen getätigt werden. Dann wird es möglich sein, das Darlehen früher, als innerhalb der für Hauskredite üblichen Zeit vollständig zu tilgen.

Ski- und Schneeschuhtouren liegen im Trend. Bisher war der Winterbetrieb für den Wirt eigentlich ein Zuschussbetrieb und die Übernachtung in den fast unbeheizten Räumen nur hartegsottene Besuchern zumutbar. Übernachtungsgebühr sind die Haupteinnahmequelle der Sektion ergänzt durch die umsatzabhängie Pacht, die der Wirt nur zahlen kann, wenn er Gewinn macht. Ziel der Sanierung ist weniger die Umsatzsteigerung, als die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.

Bauvorhaben

Ein Projektbüro wurde beauftragt und das Bauvorhaben ist in die Wege geleitet. Derzeit werden die Genehmigungsplane erstellt. Wenn sie durch sind, kann schon in der Saison 2022 die Generalsanierung umgesetzt werden. Vorbehaltlich möglicher Änderungen, die sich in der Genehmigungsphase ergeben, beinhaltet das Konzept folgende Schwerpunkte:

Erdgeschoss:

Der Hütteneingang wird versetzt, so dass sich im Erdgeschoss ein großer Wirtschaftsraum (Küche, Schänke, Theke) ergibt und der Betrieb in besuchsarmen Zeiten auch von einer Person allein aufrechterhalten werden kann. Links des neu geschaffenen Eingangs entsteht ein Trockenraum. Das ehemalige Wirtszimmer wird zusammen mit der Damen­toilette zu einer Bediensteten-Unterkunft umgebaut (vorschriftsgemäßes Mindest­raum­volumen und eigener Sanitärbereich). Dafür wird die bisherige Waschküche zur Damentoilette umfunktioniert. Neu ist eine Ausgangstür zur Nordseite, die als Fluchtweg dient und die Versorgung von der Bergstation aus erleichtert.

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Obergeschoß:

Das Obergeschoss mit den Zimmern bleibt weitgehend unverändert. Die vom Wirt derzeit als Büro und Schlafraum für Saisonkräfte (Pasang) genutzten Zimmer nach der Sanierung wieder für Gäste zur Verfügung (4 bis 6 Schlafplätze).

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Dachgeschoß:

Im Dachgeschoss wird das „alte“ Lager zu einer Wirts-Wohnung umgestaltet. Das entschärft die Fluchtwegeproblematik.Mit zeitgemäßen Gestaltung entfallen im Lager zwar einige Schlafplätze. Unter Einbeziehung der Betten im Obergeschoß verrigert sie sich aber nur wenig und passt nach der Sanierung besser zur Anzahl der in den Stuben vorhandenen Sitzplätze.

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Isolierung und Technik:

Größte und aufwändigste Maßnahme ist die Rundum-Isolierung. Dafür wird das Blechdach abgetragen und eine zusätzliche Balkenlage mit Dachüberstand und Zwischendämmung aufgesetzt. Wenn es geht, wird die vorhandene Konstruktion freigelegt, so dass sich die nutzbare Innenhöhe leicht vergrößert. An den Außenwänden wird eine Dämmschicht aufgebracht und wieder mit Schindeln verkleidet. Die Luftverteilungsheizung wird aus Brandschutzgründen ersetzt.