Wander- und Kulturfahrt in die Sächsische Schweiz

 

Samstag, den 17. Mai

     

 

Am 17. Mai machte sich die Gruppe der Sektion Königsberg auf den langen Weg nach Sachsen. Drei der Gruppe fuhren mit der Bahn, die anderen fünf fuhren mit dem Auto. Am frühen Nachmittag erreichten alle das Landgasthof Erbgericht in Cunnersdorf, nahe der Feste Königstein. Das Erbgericht eine passable und relativ preiswerte Unterkunft.

Die Feste Königstein thront auf einem Felsenplateau 361 m über dem Elbtal. In der langen Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, wurde die Burg nie erobert. Sie diente als Festung, Residenz, für höfische Feste, als Schatzkammer des sächsischen Staates, als Gefängnis politischer Gefangener und Internierungslager für Kriegsgefangene.  

Das sonnige Wetter lud zur Besichtigung dieser wehrhaften Steinburg ein. Die Besichtigung des Zeughauses mit der Waffensammlung, das Brunnenhaus mit dem 152,5 m tiefen Brunnen, das Schatzhaus, die Garnisonskirche , der Rundgang an der Festungsmauer mit den weiten Blick aufs Elbtal und der Sächsischen Schweiz waren Höhepunkte des Besuches. Die Abendsonne, ein Schluck Wein und eine Kostprobe sächsischer Mohnkuchen, im Restaurant am Zeughaus, stimmte die Wandergruppe auf gute Tage ein.

 

Sonntag, den 18. Mai

    

Der Wetterbericht sagte Regen für den Sonntagvormittag voraus. Damit war das Programm für diesen Tag vorgezeichnet. Bei Schnürlregen und ungemütlichen Temperaturen stiegen wir um 10.00 Uhr auf den alten Raddampfer Meißen, Baujahr 1885, um Elbe abwärts nach Dresden zu dampfen. Die alte Dampfmaschine treibt noch immer die Schaufelräder an. Nur der Dampfkessel wird nicht mehr mit Kohle beheizt sondern mit Öl. Kurzweilig ist die dreistündige Fahrt an der Flusslandschaft vorbei. Einige Höhepunkte möchte ich nennen. Die Bastei bei Rathen, die senkrechten Felswände die sich bis Pirna hinziehen, die schönen Fachwerkvillen, Pirna mit dem Schloss Sonnenstein und der Altstadt, das Wasserpalais Pillnitz,  die alte Stahlbrücke Blaues Wunder, die Weinberge mit den herrschaftlichen Villen und die Altstadtsilhouette von Dresden aus der die Frauenkirche als mahnendes Zeichen für den Weltfrieden herausragt. Um 13.00 Uhr legte die Meißen an der Brühlsche Terrasse an.

Am Nachmittag konnte jeder nach belieben die Altstadt besichtigen. Der Gang durch die Altstadt, der Besuch der Hofkirche, Zwinger mit der Gemäldesammlung alter Meister zeigte uns Dresden in der alten Pracht zurzeit August des Starken.  Erst um 19.40 Uhr ereichten wir wieder Königstein mit dem Zug.

 

Montag, den 19.Mai

  

Der Wetterbericht hatte zum Glück für den späteren Tag keinen Regen gemeldet. Am Morgen tröpfelte es, dass wir erst einmal eine kurze Wanderung durch das ehemalige Waldhufendorf Cunnersdorf mit denkmalgeschützten Höfen und Umgebindehäusern unternahmen. Mit viel Liebe und Fleiß sind die Häuser wieder restauriert worden.  Nachdem der Regen aufgehört hatte stand der Wanderung auf den Hohen Zschirnstein nichts mehr im Wege. Mit dem Auto ging es zum Ort Schöna. Noch war der Himmel wolkenverhangen, als wir die Wanderschuhe anzogen und an den gelben Rapsfeldern nach Reuterhof und dann leicht ansteigen auf einen Fahrweg durch den Hochwald zum Fuß des Zschirnsteins wanderten. Eine kurze Rast vor dem Anstieg auf diesen höchsten Tafelberg der Sächsischen Schweiz mit 560m. Schnell war der erste Aussichtspunkt erreicht. Das Wetter hatte sich gebessert. Die ersten Sonnenstrahlen ließen feine Nebelschwaden aus dem Wald aufsteigen. Eine großartige Landschaft bot sich uns mit den weiten Waldflächen aus denen die Gipfel wie Felsenburgen ragten. Ein recht langer Rückweg forderte von allen Ausdauer. Nur eine Jungbrunnenquelle gab etwas neue Kraft um die Waldwirtschaft in Reuterhof zu erreichen. Auf unserem Hinweg hatte diese Wirtschaft wenig einladen ausgesehen. Doch was uns die Wirtin an Speisen bot, brauchte keinen Vergleich mit anderen zu scheuen.  Ein guter Abschluss der Wanderung bei Sonnenschein in dieser gastlichen Stätte.

 

Dienstag, den 20. Mai

         

Die Schrammsteine mit der Schrammsteinaussicht standen an diesem Tag auf unseren Plan. Schon am Morgen schien die Sonne durch große Wolkenlücken. In der sehr guten Landbäckerei von Cunnersdorf wurde der Proviant für den Tag ergänzt, bevor wir nach Ostrau, oberhalb von Bad Schandau fuhren.

Ein steiler Holzstufenweg führte erst einmal ca. 100 Hm talwärts ein Vorgeschmack für die Wege durch die Schrammsteine. Wir überquerten die Fahrstraße nach Ostrau und nun ging es bergan. Steil ragen die Wände links und rechts empor, zwischen denen der Weg zum Großen Schrammsteintor führt. Bald war der Abzweig zum Wildschützensteig und zur Schrammsteinaussicht erreicht. Auch wenn die Alpenklettersteige höhere Anforderungen an die Wanderer stellen, ist der Weg mit den vielen Stufen und steilen Leitern auf die Schrammsteinaussicht ernst zu nehmen. Großartig wie unsere Wandergruppe, nahezu leichtfüßig diesen Gipfel bestieg. Grandios muss man die Aussicht beschreiben, die sich uns auf die Felsturmwelt und in das Elbtal bot. Fünf Gehminuten unter dem Gipfel, eine ausgiebige Rast mit sächsischen Rotwein und Kuchen aus der Landbäckerei. Der Weiterweg über die Schrammsteine hätte zuviel Zeit gekostet, da nicht alle absolut schwindelfrei waren. Aus diesem Grund wählten wir den Abstieg in Richtung Beuthenfall im Zchirnitztal. Nochmals ein großartiger Ausblick auf die Affensteine, bevor es endlich steiler bergab ins Tal ging. Große Enttäuschung. Die erhoffte Gaststätte in Zschirnitztal gab es nicht. Geduld und Ausdauer bewies die Truppe auf dem Flößersteig, der uns bis zum Gaststätte Forsthaus, nahe der Ostrauer Mühle führte. Die Mühen des Tages wurden mit Speis und Trank belohnt. Zu fünf machten wir uns auf, um die Autos zu holen.  

 

Mittwoch, den 21. Mai

    

Kultur den ganzen Tag war angesagt. Es bildeten sich zwei Gruppen. Die eine nahm die Bahn von Königstein nach Dresden, die andere fuhr recht früh mit dem Auto nach Dresden, um noch Karten für das Historische Grüne Gewölbe zu kaufen. Ich hatte sechs Wochen vor der Reise versucht Karten zu bekommen. Leider ohne Erfolg, da alle Karten bis in den Juni hinein vergeben waren. Einzige Möglichkeit, sich mindestens eine Stunde vor dem Einlass um 10.00 Uhr anzustellen. Eine lange Schlange Wartender vor dem Eingang. Bekommen wir noch Karten von den 200 die frei verkauft werden war die Frage? Wir übten uns in Geduld und hatten Glück vier Karten für das Zeitfenster um 15.30 Uhr zu erhalten. Im Cafe Italienisches Dorf am Elbufer eine Stärkung nach der langen Warterei. Mit der anderen Gruppe waren wir zur Orgelandacht in der Frauenkirche mit Kirchenführung um die Mittagszeit verabredet. Nahezu endlos strömten die Besucher in die Kirche. Eine ergreifende und informative Veranstaltung wird dem Besucher in diesem symbolträchtigen Gotteshaus geboten. Nach diesem Besuch blieb für jeden Zeit sich nach seinen Interessen die Sehenswürdigkeiten von Dresden anzusehen. Einige besuchten die herausragende Porzellanausstellung im Zwinger, die August der Starke zusammentragen ließ. Ein weiterer Höhepunkt des Tages, das Historische Grüne Gewölbe. Es würde den Umfang dieses Berichtes sprengen über diese einzigartige Schatzkammer zu berichten, aber auch die Ausstellung im neuen grünen Gewölbe, die andere Gruppe hat diese Ausstellung besucht, sollte man nicht versäumen. Wir sind zwei Stunden durch die Schatzkammer gewandert. Müde von den vielen Eindrücken des Tages kehrten wir nach Cunnersdorf zurück.

 

Donnerstag, den 22. Mai

  

Die Bastei, der touristische Höhepunkt der Sächsischen Schweiz zu besuchen war der Wunsch unserer Gruppe. Das Wetter meinte es gut mit uns Es war bewölkt aber es regnete nicht. Wir hatten wohl das richtige Gespür, wo wir unsere Wanderung begannen. Nur Gäste die übernachten, dürfen in dem Ort Rathen ihr Auto parken. Die sehr freundliche Angestellte in der Touristeninformation stellte mir zwei Parkscheine aus. Überall waren die Sachsen sehr freundlich und hilfsbereit.

Somit sparten wir uns 2 km Weg zu Fuß, um auf den Stufenweg zur Bastei zu kommen. An gewaltigen Rhododendren vorbei begann die Wanderung.  

 

   

Rathen scheint ein Ort zu sein wo der Rhododendron bevorzug wächst. Die Üppigkeit der Blüten und die Größe werden wohl nur noch von Rhododendren in England überboten.

Ich habe die Stufen nicht gezählt, es sind wohl hunderte um die 180 Meter höher gelegene Bastei zu besteigen. Wieder eine großartige Aussicht auf das Elbtal und dem Felsenkessel. Das diese Landschaft die Maler inspirierte ist nicht verwunderlich. Doch auf dem Gipfel ist Massentourismus pur. Das große Restaurant mit Hotel, die leichte Erreichbarkeit von Bad Schandau lassen die Masse Mensch zu diesem einzigartigen Aussichtspunkt strömen. Wir verließen sehr schnell diesen Gipfel um über die Schwedenlöcher mit den vielen Stufen, Treppen und Leitern abzusteigen. Ein kurzer Besuch zum Amselfall, der zum Vergnügen der Touristen für dreißig Cent , 10  Sekunden mit viel Wasser gespeist werden kann. Am Amselsee und nochmals an den prächtigen Rhododendren vorbei, endete die Tour unvermeidlich in einer Gaststätte am Elbufer.

Da die Wanderung auf die Bastei recht kurz war, verständigten wir uns auf eine weitere, die ganz in der Nähe von Cunnersdorf auf den Pfaffenstein führte.

Der Pfaffenstein ist einer der bedeutenden Steine in der Sächsischen Schweiz. Dieser zerklüftete Stein wurde bereits in der Bronzezeit für eine Höhensiedlung genutzt. Die sagenumwobene Barbarine, eine Felsnadel, befindet sich an der Südseite, darf aber nicht mehr bestiegen werden. Zu sechs bestiegen wir diesen Berg über den Klammsteig. Nochmals waren viele Stufen zu bewältigen. Aber es lohnte sich. Vom Aussichtsturm ein freier Blick auf die Landschaft, die bei klarer Sicht bis Dresden reicht. Auch die kleine Ausstellung im Gasthaus über die Entstehung der Sächsischen Schweiz und dem Abbau des Sandsteines ist lohnend. Gern wären wir an diesem Ort länger geblieben, ohne Massentourismus.

 

 Freitag, den 23. Mai

       

Der letzte Tag in Sachsen. Da die Zugfahrer erst um 14.55 Uhr von Dresden nach München starten mussten sollte die Reise noch einen würdigen Abschluss finden. Wir beschlossen statt Meißen, dass Wasserpalais Pillnitz zu besuchen. Schon von der Elbe aus konnten wir diese Anlage bewundern. Die große Schlossanlage mit dem Park ist aus der Bau – Mode der damaligen Zeit zu verstehen. Der chinesische Stil findet sich überall wieder. Der Park untergliedert in englischen Garten, chinesischen Garten, holländischen Garten, Koniferenhain ist in seiner Artenvielfalt kaum zu überbieten. Die große Attraktion ist der Kamelienbaum, der 1780 gesetzt wurde. Im Winter wird dieser Baum durch ein fahrbares Glashaus geschützt. Viel Zeit muss man mitbringen um diese prächtige Anlage ausgiebig zu besichtigen.

 

Damit ist nahezu das Ende der erlebnisreichen Woche erreicht. Die eine Gruppe fuhr direkt nach München, die andere besuchte die Molkerei Pfunds, der wohl schönste Milchladen der Welt, mit der einzigartigen Auskleidung mit Jugendstilkacheln aus Delft. Hier stärkte sich die Gruppe für die Heimreise.