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Little Himalaja – oder – Bergwandern im Zentral-Kaukasus und auf dem Elbrus Unsere Sektionsmitglieder Susanne und Herbert Habenicht waren dabei, hier der Bericht von Susanne: Freitag, 21.Juli 2006 - 23:30 Abflug am Flughafen München Samstag, 22.Juli 2006 - 4:30 - Ankunft am Flughafen in Moskau - Passkontrolle Diese stellt unsere Kenntnisse bezüglich Landessprache und -gepflogenheiten bereits auf eine Probe: die Einreiseformalitäten bewirkten, dass zwar Herbert problemlos mit falsch ausgefülltem Formular durch die Kontrolle kommt, ich jedoch zurückgewiesen werde.Nachdem ein Stift gefunden, das Formular nochmals ausgefüllt ist, und ich in der Schlange vorwärts gerückt bin, ist Herbert mit dem Gepäck längst verschwunden. Doch nachdem auch freundliche Uniformierte mein Englisch nicht verstanden, machte ich mich selbst auf die Suche – erfolgreich. Nun ging es im Slalom zwischen den aufdringlichen Taxifahrern hindurch zum Bus, der uns zur Metro brachte. Freundliche Leute erklärten uns dort nicht nur wie wir zum Kasaner Bahnhof kamen, wo es am Abend weiter gehen sollte, sondern, wir wurden sogar bis dort hin begleitet. Nachdem wir unsere ca. 25 kg schweren Seesäcke abgegeben hatten, machten wir uns auf Sightseeing-Tour durch Moskau: Roter Platz, Kremel, Gum, Universität, Sperlingsberg, Arbat usw. Immer wieder unterbrochen durch ein kleines Nickerchen auf einer Parkbank. 18:30 Treffen mit unseren Russischen Bergsteigerkollegen und Abfahrt mit dem Zug aus Moskau Montag, 24.Juli 2006 - 6:30 Ankunft in Naltschik, Weiterfahrt mit dem Bus über abenteuerliche Bergstraßen ins Hochgebirgslager Bezengi. Nach mehreren Stunden warten, einem Mittagessen, einem Spaziergang zum Wasserfall und einigen Bier wurde uns ein für dortige Verhältnisse sehr nobles 2-Bett-Zimmer mit eigener Dusche zugeteilt. Während einige der Gruppe die erste Nacht im Zelt verbringen mussten, da alle Zimmer besetzt waren. Dienstag, 25.Juli 2006 - 10:00 Zur Akklimatisation gibt’s eine kleine Tour mit rechtzeitiger Rückkehr zum Mittagessen um 14:00. Den Nachmittag verbrachte Herbert damit Benzin oder einen anderen Flüssigbrennstoff für unseren neu erworbenen Benzin- bzw. Alles-Brenn-Kocher zu organisieren. Alles außer Gas, denn das hätten wir leicht bekommen….Denn am nächsten Tag sollte es bereits in das erste Basislager gehen. |
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Mittwoch, 26.Juli 2006 - 10:00 Abmarsch zum Basislager. Nun sollte sich zeigen, was unser Konditionstraining gebracht hat, denn es sollten uns 7 Stunden Aufstieg mit vollem Gepäck, d.h. Zelt, Schlafsack, Isomatte, usw. bevorstehen. Als wir jedoch nach 4 Stunden im Lager eintrafen, wurde uns klar, dass es sich wieder mal um ein Verständigungsproblem handelte: wir sollten nicht von 10 bis 17 Uhr marschieren, sondern uns wurde eine Zeit von 5 Stunden prognostiziert…. Donnerstag, 27.Juli 2006 - 9:30 Nach einem kurzen Zustieg befinden wir uns direkt in einer (sicheren) Gletscherbruchzone, wo wir das Gehen und Klettern mit Steigeisen lernen. Freitag, 28. Juli 2006 Heute stehen Geh- und Rettungsübungen im Schnee, mit und ohne Steigeisen und der Abstieg nach Bezengi auf dem Programm. Bei unserer Ankunft in Bezengi erfahren wir von einem Unfall eines Bergsteigers aus der Königsberger Gruppe, dem der große Rest der Gruppe zu Hilfe geeilt ist. Das Schicksal „Valodias“ bleibt bis zum nächsten Mittag ungewiss. Samstag, 29. Juli 2006 Dies ist wieder ein Ruhetag, wir können uns auf die nächste Tour vorbereiten, einkaufen, waschen, usw. Am Mittag macht die traurige Nachricht vom Tod unseres Bergkameraden die Runde. Schwierige Bergungsaktionen, viele Stunden vom Lager entfernt werden in die Weg geleitet. Sonntag, 30. Juli 2006 Da immer noch ein Großteil der Königsberger Bergsteigergruppe mit der Bergung des Leichnams beschäftigt ist und noch nicht ins Lager zurückkehren konnte, schieben wir unsere geplante Tour zum nächsten Basislager noch um einen Tag auf. Montag, 31.Juli 2006 - 10:30 Obwohl unsere Freunde immer noch nicht in Bezengi eingetroffen sind, machen wir uns heute auf den weiten 8-9-stündigen Weg zum „Österreichischen Biwak“ – Wenn wir das mit 25 kg Gepäck schaffen, dann werden wir doch wohl auch auf dem Elbrus ankommen, oder??? Kurz nach unserem Aufbruch sehen wir den Hubschrauber in Bezengi landen und wissen, dass unsere Freunde nun zurück sind. 18:30 Durch die Bank erschöpft erreichen wir 8 „Anfänger“ das Biwak Dienstag, 1.August 2006 In aller Früh brechen wir noch zu einer kleinen Akklimatisierungstour bis auf 3.800 m Höhe auf. Am Nachmittag geht es über den langen Grad und den schier unendlichen Gletscher mit einigen Irrwegen durch Geröllfelder zurück nach Bezengi. Mittwoch, 2.August 2006 Unser letzter Ruhetag, bevor es hinüber geht zum Elbrus und zum großen Finale unserer Reise, wird von der Nachricht zweier weiterer tödlicher Unfälle aufgrund von Steinschlag in anderen Gruppen überschattet. Donnerstag, 3.August 2006 - 8:00 Abfahrt aus Bezengi 12:00 An einer kleinen Zentrale des Hochgebirgslagers unten in Naltschik können wir einen Teil unseres Gepäcks zwischenlagern, bevor es weiter geht nach Azao, dem Talort des Elbrus. Am Abend gibt es leckere Schaschliks und buntes Treiben um die Bahnstation zu bewundern. Freitag, 4. August 2006 - 9:00 Mit der Bahn geht es auf 3.800 m Höhe in die Nähe unseres Basislagers für die Besteigung des höchsten Berges Europas. Nach weiteren 2 Stunden Aufstieg erreichen wir unser Lager auf 4.000 m nahe der Pitu-Hütte. 18:00 Vor dem Schlafengehen gibt es noch einen gemeinsamen Cognac als Stärkung für den kommenden Gipfeltag. Einige Wolken und Schneeflocken nach 3 Tagen Sonnenschein machen uns ein wenig Sorgen. Samstag, 5.August 2006 - 1:00 Wecken!! 2:15 Aufbruch bei sternklarem Himmel und in guter Gesellschaft einer „Karawane von Bergsteigern“ 6:00 Bei Sonnenaufgang haben wir die 5.000-er-Marke erreicht und die meisten von uns leiden unter einem gewissen konditionellen Einbruch. Doch als es wieder etwas flacher wird, geht es wieder besser. 8:30 Ich erreiche den Sattel und will die Tour schon damit beschließen, da ich mit einer enormen Blutblase an der Ferse zu kämpfen habe. Doch aufmunternde Worte meiner Begleiterin und die ärztliche Hilfe einer deutschen Gruppe veranlassen mich doch noch die letzten 300 Hm zum Gipfel anzugreifen. 10:15 Genau 8 Stunden nach dem Aufbruch stehe ich am Gipfel! Sonnenschein, wunderbare Sicht und ein kleiner Plausch mit einer deutschen Gruppe, da von unserer Gruppe die einen schon wieder herunten und die anderen noch auf dem Weg sind. Auf dem Rückweg kommt mir die ganze Karawane der Amis und Westeuropäer entgegen (ich zähle mich grad nicht zu den „Touris“) 14:30 Die letzten Meter nur noch humpelnd erreiche ich doch noch das Basislager und werde von unserer Gruppe, vor allem von Lena mütterlich umsorgt und wunderbar empfangen. Sonntag, 6. August 2006 - 8:00 Aufbruch zur Bahn und Abfahrt ins Tal 10:00 Nach dem gemeinsamen Frühstück werden alle für ihren Gipfelerfolg mit einer Nadel und einem Edelweiß auf der Stirn geehrt. 12:30 Wir fahren mit dem Bus zurück nach Naltschik, wo wir den Rest des Urlaubs im Hotel Alpinitski verbringen, die Stadt und den Markt besichtigen in einer heißen Quelle baden, die bei Außentemperaturen von 40° im Schatten gar nicht so heiß hätte sein müssen… Dienstag, 8.August 2006 6:00 Valerie begleitet uns extra noch die 4-stündige Busfahrt zum Flughafen nach Mineralny Vody. Spätestens an der Passkontrolle sind wir sehr dankbar über seine Gegenwart und wissen, wie schwierig es wieder ohne ihn geworden wäre. Mit einigen Tricks schaffen wir es auch ohne Übergepäck bezahlen zu müssen nach Moskau zu kommen. 21:05 Nach langem Aufenthalt in der Kantine des Flughafens mit Aussicht auf das Rollfeld geht es zurück nach München.
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