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Aufstieg zum Hochkönig am 9. Juli 2011 im Rahmen des Sektionstreffens.

Leitung und Bericht: Uwe Simon

Nur Burkhart Oertel und ich waren von den Anmeldungen übrig geblieben, die den Hochkönig anlässlich des Sektionstreffens besteigen wollten. Dem Wetterbericht war bereits einige Tagen vor der Tour nur zu entlocken, schön bis mittags aber dann hohes Gewitterrisiko.

Wir sind am Freitagnachmittag zur Dielalm gefahren mit üblichem Stau auf der Salzburger Autobahn. Mit letztem Tageslicht erreichten wir die Ostpreußenhütte. Unser Hüttenwirt, Herwig Pagitz, bereitete uns eine sehr gute und reichhaltige Bretteljause, eine gute Grundlage für die Tour.

Morgens um 5:00 klingelte der Wecker. Die Hüttenwirtin Claudia servierte ein reichhaltiges, liebevoll garniertes Frühstück. Die Spiegeleier lehnten wir dankend ab. Um 6:00 Uhr gehen wir los. Nur wenige Wolken am Himmel, sollten wir ohne Regen den Gipfel erreichen? Im Schatten der wenigen Wolken stiegen wir den Latschenhang hinauf und erreichten schnell den Abzweig zum Gamskarkögerl. Ein großes Rudel Gämsen beäugten uns neugierig, doch sie verschwanden schnell hinter dem Grad. Eine kurze Trinkpause und weiter ging der mühsame Aufstieg durch die Steingrube zum Floßkogel. Am Sattel des Floßkogels steht ein Holzkreuz, wohl zur Erinnerung an einem verstorbenen Bergsteiger.

Ein kühler Wind empfängt uns, der Himmel inzwischen wolkenlos, die Luft klar. Ideale Verhältnisse den langen Anstieg über die Übergossene Alm zum Matrashaus auf dem Gipfel zu wagen. Weit im Süden war die Hütte bereits zu sehen. Ein völlig anderes Bild der Übergossenen Alm. Im vergangenen Jahr bis unter 2500 m große Schneefelder, der Gletscher überdeckt mit weißem Firn, heute wenige große Schneefelder, aus dem Gletscher schaute die Blankeisoberfläche heraus. 

Erst einmal geht es etliche Höhenmeter abwärts bis der Anstieg über das lange Hochplateau beginnt. Vorsicht ist an der Biwakhöhle geboten, der Einstieg der Höhle mit Altschnee halb verdeckt und der Steig recht ausgesetzt. Obwohl wir relativ zügig marschierten, nach über einer Stunde zeigte der Höhenmesser nicht einmal 100 Meter mehr an und auch das Matrashaus kam nicht sonderlich näher. Wie bei der letzten Tour auf dem Hochkönig, an der Abzweigung des Winterweges eine Pause. Burkhart ist nicht sicher, ob er den Gipfel erreicht. Mit etwas reduziertem Tempo geht es merklich aufwärts. Endlich sind wir am großen Schneefeld vor dem Gipfel. Schnell gewinnen wir weitere Höhe und erreichen den Weg, der von der Mitterfeldalm hinaufführt. Burkhard steigt mir hinterher bis zu den Leitern. Jetzt kein mehr von ihm, nicht auf den Gipfel zu steigen. Die Leitern sind schnell überwunden und die wenigen Meter zum Matrashaus. Kaum ein Wölkchen trübt die Sicht von Dachstein über die Tauern bis zu den Berchtesgadener Alpen.

Nach einer kurzen Rast geht es über den beschwerlichen Weg abwärts. In diesem Jahr besonders, da kaum Schneefelder den Abstieg erleichtern.

Der Wind hat nachgelassen, es bilden sich immer mehr Wolken, aber keine Bildung von Gewittertürmen, obwohl es immer wärmer wird. Jeder Schritt muss in dem steinigen Gelände gut gewählt sein, zu groß ist die Gefahr umzuknicken oder auszurutschen. Die Biwakhöhle wird von mir inspiziert. Eine gewaltige, sehr tiefe Höhle, die sicherlich einen guten Schutz vor einem Gewitter bietet. Wann ist endlich der Floßkogel erreicht? Durch das ständige Auf und Ab des Weges geht es nur langsam voran. Ich habe den Weg über ein Höhenprofil analysiert. Die gut 1300 Höhenmeterdifferenz zwischen Ostpreußenhütte und Matrashaus sind in der Realität1800 Höhenmeter durch die vielen kleineren und größeren Gegenanstiege, hinzu kommt der anspruchsvolle Weg meist mit lockerem Geröll übersät, eine sehr gute Kondition ist notwendig den Hochkönig zu besteigen, besonders in diesem Jahr, wegen der fehlenden Schneefelder.

Wir erreichen den Floßkogel. Gut 700 Höhenmeter Abstieg liegen noch vor uns, davon 500 durch die Steingrube. Die volle Konzentration ist gefordert. Völlig ruhig ist die Natur. Kein Murmeltier ist zu hören, kein Gams zu sehen, bei der Wärme des Tages scheint sich jede Kreatur im Schutz eines Schattenplatzes zu verstecken. Wir erreichen endlich um 17:00 Uhr die Ostpreußenhütte.

Ich möchte Burkhart meine hohe Anerkennung zollen der mit seinen vielen Jahren auf dem Buckel mit großartiger Kondition und Durchhaltevermögen diese lange und schwere Tour bewältigt hat.