Kulturhistorische Wanderung über den Gotthardpass

vom 11. August bis zum 16. August 2010 - Bericht von Uwe Simon

Verbindungswege hat die Menschheit über viele Jahrtausende in allen Erdteilen geschaffen. Die Alpen waren  vor vielen Jahrhunderten nahezu unüberwindbar. Nur unter größten Strapazen konnten unsere Vorfahren über die Pässe dieses Gebirges wandern. Einer der Pässe führte über das Gotthardmassiv. Münzfunde lassen den Schluss zu, dass bereits die Römer über den Gotthard gezogen sind.

 

Die alte Teufelsbrücke

 

Bedeutung erlangte dieser Übergang aber erst im 13. Jahrhundert, als man die Schöllenenschlucht begehbar machte. 1220 bauten die Schweizer die Twärrenbrücke über die Reuss und 1230 die erste Brücke in der Schöllenenschlucht, die Teufelsbrücke.

 

Damit wurde der Weg über den Gotthard zum schnellen Transitweg über die Alpen. Ein Handelsweg von Basel und Schaffhausen über den Gotthardpass nach Chiasso und Mailand  entstand. Um dem  Bedürfnis, immer schneller zu reisen, nachzukommen, bauten die Schweizer den Saumweg immer breiter aus. Doch erst zum Ende des 18. Jahrhunderts war es möglich, mit Kutschen über den Pass zu fahren. Der Bau des Eisenbahntunnels stellte einen gewaltigen Einschnitt in der Talregion dar. Nahezu über Nacht waren mit der Fertigstellung der Bahnverbindung 1882 viele Menschen in der Region ohne Arbeit. Aufkommender Tourismus linderte die Situation. 1902 überquerte das erste Auto den Gotthardpass. Das erhöhte Verkehrsaufkommen führte zu einem immer weitergehenden Ausbau dieses Verkehrsweges. Der Straßentunnel entstand in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. 2016 soll der Basistunnel, mit 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt, fertig sein. Die Verkehrswege haben das Tal verändert. Spuren des Ausbaues der alten Verkehrswege und Zeugnisse früherer Kulturen sind dennoch sichtbar geblieben.

 

 

Eine Gruppe unserer Sektion hat sich vom 11. bis zum 16. August aufgemacht, den Gotthardpass auf den Spuren des alten Saumweges von Luzern bis nach Airolo zu überschreiten.

 

Der erste Tag sollte genügend Zeit bieten für die Besichtigung der geschichtsträchtigen Stadt Luzern, die durch den Handel groß geworden ist und dadurch ihre heutige Bedeutung erlangt hat. Doch vor der Besichtigung  war eine Herausforderung zu meistern. Als Autofahrer wünscht man sich die Beschaulichkeit der Postkutschenzeit zurück. Der Autoverkehr in Luzern entspricht dem Verkehr einer Millionenstadt. Die Anfahrt mit dem Zug wäre weniger nervenaufreibend gewesen. Sein Auto für längere Zeit in der Innenstadt zu moderaten Kosten zu parken, nahezu unmöglich. Wir beschlossen, unsere vier Autos, mit denen 14 Personen angereist waren, im Parkhaus am Bahnhof abzustellen. Der Parktarif mindert sich zum Glück für fünf Tage von 140 CHF auf 65 CHF, wenn man eine Bahnfahrkarte erwirbt. Mit einem gültigen Fahrschein wird am Schalter das Parkticket umkodiert. Wir kauften für die Rückfahrt von Airolo nach Luzern eine Sammelfahrkarte für die Bahn, um auf der bald historisch werdenden Bahnstrecke durch das Gotthardmassiv wieder zurück zu kommen. 2015 wird diese Bahnstrecke, dann ersetzt durch den Basistunnel, wohl zu einem Baudenkmal mutieren.

 

Nach einem kleinen Imbiss im Hotel Vierwaldstädter Hof, in dem wir für eine Nacht blieben, ging es endlich zur individuellen Besichtigungstour. Es treffen sich in Luzern heutzutage wohl alle Nationen dieser Welt. Auffällig die vielen Japaner auf der Kapellbrücke mit dem Wasserturm, auf der Spreuerbrücke und in den Gassen der Altstadt.

 

 

Kapellbrücke mit Wasserturm                                                   Altstadt

 

Bereits im 14 Jahrhundert überspannten vier Brücken die Reuss, dem Ausfluss des Vierwaldstädter Sees. In einem der zahlreichen Cafés am Fluss schauen wir an diesem warmen Tag dem Treiben der Touristen zu und genießen den Blick auf die Altstadt mit der Museggmauer, der Wehrmauer der Stadt.

 

Die Wolkenbildung lässt nichts Gutes für die kommenden Tage erwarten. Auf dem Weg zum Hotel der erste Regenschauer. Zu kurz ist die Zeit, um in dieser kulturträchtigen Stadt ein Konzert oder eine Theateraufführung zu besuchen. Viele Künstler, Musiker, Maler und Dichter haben in dieser Stadt gewirkt. Ein Bild von Goethe ziert ein Haus, in dem er auf der Durchreise gewohnt hatte.

 

In der Nacht Dauerregen. Nach dem Frühstück, wie ein Wunder lichtet sich der Himmel im Nordwesten. Wir wandern bei leichtem Regen am westlichen Ufer durch die Kastanienallee zum Verkehrshaus der Schweiz. Neben der Allee hat die Stadt einen parkähnlichen Grüngürtel geschaffen mit Bronzeskulpturen und Blumensäulen.

 

                     Bronzeskulptur und Blumensäule

 

Das Verkehrshaus, einzigartig in der Schweiz, wenn nicht in ganz Europa, zeigt sehr anschaulich die Entstehung des Eisenbahntunnels durch den Gotthard. Eine große Halle ist nur den alten Lokomotiven gewidmet.

 

 

 

Eine naturgetreue Modellbahn zeigt, wie der Zug über zwei Kehren  den Höhenunterschied bei Wassen überwindet. Luftfahrtschau, Planetarium und alles, was der Kommunikation und dem Verkehr dient und gedient hat, ist in diesem Museum zu besichtigen. Wir wollen um die Mittagszeit mit dem Schiff nach Fluelen fahren.

 

Der See, in der letzte Eiszeit vor 12000 Jahren entstanden, war bereits im 13. Jahrhundert ein wichtiger Verbindungsabschnitt auf dem Gotthardweg. Segel- und Ruderboote transportierten die Waren und die Reisenden von Luzern nach Fluelen.

 

 

  Die Ruhe des Sees

 

Auch wenn der Himmel immer wieder einen Regenschauer schickt, war die Fahrt über den See eine Wohltat für die Sinne. Die Gipfel des Rigi, des Stanserhorn und Uri Rotstock verstecken sich in den Wolken, die grünen Wiesenhänge mit den kleinen Dörfern, der See und darüber die Wälder strahlen Ruhe aus.

 

Leider sind auch weniger schöne Abschnitte zu sehen. In den Orten am See stehen neben den alten vielfach bemalten Häusern Zweckbauten aus Beton, die wie Fremdkörper in der Landschaft wirken. Auch die Autobahn an der Südseite ist ein brutaler Einschnitt in diese wunderschöne Landschaft. An Seelisberg vorbei, wo auf dem Wiesengrund der Gemeinde der Rütlischwur von den Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden als ewiges Bündnis im 13. Jahrhundert  geschlossen wurde, der Anfang der modernen Schweiz, fährt das Schiff in den Urner See.  Steile Felswände, hohe Wasserfälle, die kleine Tellkapelle ziehen an uns vorbei, bis wir in Flüelen anlegen. Hier wurden die Waren in der Säumer- und Postkutschenzeit umgeladen. Für die Reisenden begann hier der beschwerliche Weg über den Gotthard.

 

 

Auch wir schultern unsere Rucksäcke und folgen dem gelben Schild „Via Gottardo 77“, um zu unserem Ziel Altdorf zu wandern.

 

Der Wegweiser unserer Route

 

Wir wohnen um Hotel Höfli nahe am Tellhaus. Altdorf ist die Stadt Wilhelm Tells. Leider findet die Stadtbesichtigung im Regen statt. Eindrucksvoll die prächtigen Herrenhäuser, das Tellhaus und die große Figur des Wilhelm Tell mit der Armbrust vor dem Türmli.

 

  

Das Tell Denkmal                                                            Die Pieta in der Beinhauskapelle St. Anna

 

In der sehr schlicht gehaltenen Pfarrkirche Sankt Martin bleiben wir eine geraume Zeit sitzen, um dem Orgelspiel zu lauschen. Die Orgel hat in der großen Kirche einen schönen Klang. In der Beinhauskapelle St. Anna ist das hölzerne Kruzifix und in der Gruft die Pieta beachtenswert, beides aus dem 16. Jahrhundert.

 

Das Wetter meint es gut mit uns am zweiten Wandertag mit der größten Distanz von 25 km und 470 Hm. Neun Uhr, wir marschieren los.

Erst durch Altdorf nach Attinghaus unter der Autobahn und Bahnlinie hindurch auf den Reussdamm. Gut dass die Reuss viel Wasser führt, dass Wasserrauschen übertönt etwas den Autobahnlärm. Bei Ripshusen umspült die Reuss eine Felswand. Der Wanderweg verläuft durch einen Felstunnel, der im zweiten Weltkrieg gebaut wurde.

 

Hier erahnt man was für ein gewaltiges Projekt der Basistunnel ist. Hohe Schotterberge und gewaltige Baukräne sind sichtbar. Der Mensch mit seinem Drang, die Wege für den Verkehr immer schneller zu gestalten, hat dem Tal gewaltige Wunden zugefügt.  Wieder geht es unter der Autobahn hindurch und über die Reuss zur barocken Jagdmattkapelle.

 

Die Jagdmattkapelle

 

Auf der Ostseite der Reuss laufen wir bis kurz vor Buechholz. Zweieinhalb Stunden sind wir bereits unterwegs, Zeit für eine Pause, um zu essen und zu trinken. Mit neuen Kräften steigen wir den Weg nach Buechholz hinauf über ein weit gestreutes Siedlungsgebiet zur Pfarrkirche in Dägerlohn , weiter nach Silenen Dörfli zum Wohnturm der Edlen von Silenen mit der Nothelferkapelle.

 

 

Der Wohnturm                                                                            Das alte Susthaus

 

Von dem Turm ein weiter Blick über das Reusstal.  Die Kapelle ist mit prächtiger Malerei ausgeschmückt. An einem alten Susthaus vorbei, wo die Säumer und Tiere mit Speis und Trank versorgt wurden, erreichen wir endlich Amsteg.

Der Ort ist nahezu ausgestorben. Ein Cafe hat geöffnet und nur eine Wirtschaft. Wir entscheiden uns für die Wirtschaft. Eine längere Rast nach vier Stunden und über die Hälfte der Strecke ist erforderlich.

 

 

 

Am Kraftwerk der SBB vorbei verengt sich das Tal. Der Wanderweg führt aufwärts hoch über dem Talgrund durch das Streusiedlungsgebiet von Ried. Ein Gewirr von Strassen, Autobahn und Eisenbahn füllt das Tal.

 

 

            Das Straßengewirr vor Gurtnellen                                                       Die Reuss mit Pfaffensprung

 

Die Natur hat nur noch wenig Platz. Zwischen diesem Gewirr führt der  neue Wanderweg durch tiefe Tobel, an steilen Felswänden entlang, über Brücken und durch Wälder nach Gurtnellen.

 

Der lange Weg erfordert große Ausdauer. Fünf Kilometer und zweihundert Höhenmeter Aufstieg liegen noch vor uns. Bald ist das Barockkirchlein auf der Anhöhe von Wassen zu sehen. Vor Wassen hat  die Reuss eine tiefe Schlucht ausgewaschen.

 

Die Felsspalte, durch die hindurch der Fluss sich über die Jahrtausende einen Weg gebahnt hat, ist nur wenige Meter breit. Es ist der sogenannte Pfaffensprung, der seinen Namen einer alten Überlieferung verdankt. Hier soll ein Priester nach der Entführung eines Mädchens seinen Verfolgern durch einen Sprung über die Schlucht entkommen sein.

 

Endlich, es ist bereits nach 18:00 Uhr, ist das Hotel Alte Post in Wassen erreicht. Schön ist die alte Holzfassade dieses Hauses, doch innen ist das Haus mit wenig Geschick zu einem Hotel ausgebaut worden.

 

 

 Alte Post in Wassen

 

Mit großer Ausdauer ist das längste Teilstück bewältigt worden. Obwohl die Sonne sich kaum zeigte und einige Regentropfen fielen, ist der Durst am Abend groß. Wasser, Radler, Bier und Wein wecken unsere Lebensgeister wieder.

 

In der Nacht Dauerregen. Wie wird das Wetter am nächsten Morgen sein?

Bereits während des Frühstücks lichtet sich der Himmel im Norden. Wir besuchen das Kirchlein auf der Anhöhe. Eine schöne Sicht bietet sich nach Norden auf das tiefe Reusstal.

 

 

Blick nach Norden von der Kirche

 

Wird es an diesem Tag trocken bleiben? Erst auf der Straße, dann wieder auf dem Wanderweg führt uns der Weg aufwärts durch Wald an der Bahnlinie entlang bis Göschenen. Hier beginnt der Anstieg durch den wilden Schlund der Schöllenenschlucht. Leider drücken die Wolken von Süden in das Tal und es beginnt etwas zu regnen. Imposant die Häderlisbrücke über die Reuss. Sie wurde durch ein Unwetter 1987 weggespült und 1991 originaltreu wieder aufgebaut. 

 

Häderlisbrücke

 

Auf dem alten Saumweg geht es recht bequem dem Höhepunkt des Tages entgegen, der Überquerung der Schöllenenschlucht über die Teufelsbrücke. Immer näher rücken die steilen Felswände zusammen. Links unten tief im Talgrund rauscht der Fluss. Die Teufelsbrücke ist nicht mehr weit. Der Nebel wird immer dichter. Auf der Teufelsbrücke ist gerade noch der Schlund zu sehen.

 

Welche Kraft und Geschicklichkeit war erforderlich, mit den bescheidenen Mitteln im 13. Jahrhundert hier eine Brücke zu bauen? Das ungemütliche Wetter treibt uns in das Gasthaus an der Teufelsbrücke zu einer Rast, bevor wir die letzten Meter durch das Urner Loch nach Andermatt wandern.

 

Nach einem kleinen Abstecher zur Kirche St Kolumban in Andermatt, sie stammt aus dem 11. Jahrhundert, streben wir bei leichtem Regen unserem Tagesziel Hospental entgegen.

 

     

 Der Schlund von der Teufelsbrücke  Die Kirche St. Kolumban                 Kurz vor Hospental

 

Kurz nach 15:00 Uhr sind wir an unserem Hotel „Pension Egg“. Das Haus ist in Ferienwohnungen aufgeteilt. Für zwei Zimmer gibt es ein Bad und eine Küche. Abendessen und Frühstück gibt es im Restaurant Burg. Hospental ist ein typisches Passdorf mit einigen Wirtschaften. An diesem Tag wirkt das Dorf beim Rundgang wie ausgestorben. Einige Häuser haben noch die alten Schindelfassaden, bei anderen sind sie durch Kunststoffschindel ersetzt. Der so genannte Fortschritt ist wohl aus Kostengründen auch hier nicht aufzuhalten. 

 

Am Abend wieder die Frage, wie wird das Wetter morgen, denn es regnet in Strömen. Wie ein Wunder, am nächsten Morgen lugt die Sonne durch ein Wolkenloch, doch im Süden wie am vergangenen Tag dunkle Wolken. Bei Trockenheit ziehen wir los. Vorbei an der St. Karlskapelle, an der Fassade lesen wir den Spruch: Hier trennt der Weg, o Freund, wo willst Du hin? Willst du zum ew’gen Rom hinunterziehen, hinab zum heil’gen Köln, zum deutschen Rhein, nach Westen weit ins Frankenland hinein?

 

 

Erst laufen wir auf dem breiten Saumweg. Nach ein paar Kilometern hat die Natur den Weg zum Teil zurückerobert.

 

Durch den Regen der letzten Nacht wird der Weg immer feuchter. Ein pilzähnliches Bauwerk kommt immer näher. Es dient der Be- und Entlüftung des Straßentunnels durch den Gotthard.

 

   

                                  Auf dem alten Saumpfad

 

Noch ist es trocken und im Norden zeigt sich etwas blauer Himmel. Kaum haben wir die Straße unterquert, drücken die Wolken von Süden in das Tal, es beginnt zu regnen.

 

 

Die letzten Meter vor unserem Ziel im strömenden Regen

 

Der Weg wird immer nasser. Streckenweise ist er ein Bachbett. Die vielen Kühe taten ihr übriges, mit braunen Haufen die Rutschgefahr zu erhöhen. Nur noch 200 Höhenmeter bis zum Pass. Der Regen wird stärker. Endlich ist die alte Gotthardstraße erreicht. Eine alte fünfspännige Pferdepostkutsche fährt der Passhöhe entgegen, wie in alten Zeiten.

 

Die alte Postkutsche

 

Auch wir haben nach 10 Minuten endlich das Hospiz erreicht. Wir übernachten in dem renovierten Haus neben dem alten Hospiz.

 

Die Überraschung war groß, als wir unsere Zimmer bezogen. Diesen Luxus hatte keiner erwartet. Alle Zimmer mit hellem Fichtenholz getäfelt, überall Holzböden, ein Schreibschrank aus Fichtenholz, das Bad in dunkler Farbe gehalten mit einer Dusche, die mit Glasscheiben als Trennwand ausgestattet ist. Auch die Böden der Flure, alle mit Fichtenholz belegt. Die Architektur ist einfach gehalten, die Ausführung ohne einen Fehler. Eine hervorragende handwerkliche Arbeit.

 

Wir besuchen am Nachmittag das nationale St Gotthard-Museum. Sehr anschaulich wird hier die Geschichte des Handelsweges gezeigt. Die Diavorführung lässt uns noch einmal den Weg erleben, den wir gegangen sind. Welche Strapazen haben Menschen auf sich genommen, Handelswege zu bauen, um nicht nur Waren zu transportieren, sondern die Völker zu verbinden, zum Wohle aller. Mögen dies auch bei den neuen Wegen geschehen.

 

Großartig, wie alle den langen Weg von Luzern zum Pass bewältigten , und das nicht nur bei guten, sondern auch schlechten Wetterbedingungen. Sie herrschen auch jetzt wieder vor, so dass das Anstoßen mit dem Gipfelwein im Freien ausfallen muss. Vor dem Abendessen trinken wir von dem Wein, den ich in meinen Rucksack auf den Pass gebracht habe.

 

950 Höhenmeter Abstieg liegen am nächsten Tag bis Airolo vor uns. Das Denkmal alte Gotthardstraße wird von den Schweizern erhalten. In mühevoller Handarbeit wird das Kopfsteinpflaster ausgebessert, Stützmauern mit moderner Technik erneuert und mit Granitsteinen verblendet.

 

Diese alte Straße fügt sich harmonischer in die Landschaft ein,  die neue, mit ihren großen Galerien, wirkt wie ein Fremdkörper in der schönen Bergwelt. Murmeltiere pfeifen am Weg, üppig die Vegetation. Nach zwei Stunden sind wir am Ortsrand von Airolo. Es beginnt zu regnen.

 

 

Die alte Gotthardstraße                                                               Airolo

 

Unsere Busfahrer warten im Hotel Forni. Leider sind unsere Koffer noch nicht angekommen. Von Swisstrail bekomme ich Auskünfte, die nicht stimmen. Nach Tourist Info Uri sollten sie um 12:00 Uhr in Airolo sein. Sie kommen zwei Stunden später. So können wir den Zug erst um 14:58 nach Luzern nehmen.

 

Warten auf den Zug

 

Die Fahrt durch das Gotthardmassiv mit dem Zug, die Reise im Zeitraffer in umgekehrter Richtung. Nochmals sehen wir bei Wassen die Kirche auf der Anhöhe, diesmal aus einer anderen Perspektive, das tief eingeschnittene Tal mit der Reuss, das  SBB Kraftwerk in Amsteg, die Großbaustelle in Erstfeld sowie  Altdorf und Flüelen.

 

                                          Die Kirche in Wassen vom Zug aus

 

In einer weiten Kurve umrundet der Zug auf der Ostseite den Vierwaldstätter See. Der Zug fährt pünktlich um 16:41 Uhr in den Bahnhof von Luzern ein. Auf die SBB ist Verlass.

 

Der Abschied voneinander geht schnell. Alle haben eine lange Autofahrt vor sich. An dem Parkautomaten zahlen wir tatsächlich nur die reduzierten Parkgebühren, bevor wir uns auf den Rückweg machen und wohlbehalten nach Hause zurückkehren.

 

Die Wanderung auf dem alten Weg über den Gotthard hat uns mit einem Einblick in die wechselvolle Geschichte dieses geschichtsträchtigen Handelsweges  reich beschenkt.