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Hochkönigtour am 2. Juli 2010

Die Wettervorhersage für Freitag und Samstag verspricht  gutes Wetter und keine Niederschläge, erst am Sonntag Eintrübung mit Gewitterbildung. Damit kann die geplante Hochkönigtour stattfinden.

 

Zu Dritt (Karin, Antonia und Uwe) fahren wir am Freitagnachmittag von München nach Werfen und weiter hinauf bis zur Dielalm, dann Aufstieg zur Ostpreußenhütte. Die neuen tierischen Bewohner der Hütte begrüßen uns als erste mit lautem Gemecker.  Kein Wölkchen trübt den blauen Abendhimmel, kein Wind bewegt die warme Luft, die Sonne verschwindet langsam hinter den Teufelshörner, als wir den Abend auf der neuen Westterrasse verbringen.

 

                                   

                                                                               Die Spitzen der Mandlwand

 

 Die ersten Sterne erscheinen, Zeit zum Schlafengehen, denn wir wollen am nächsten Morgen um 5:30 Uhr aufstehen.

 

Beide Mobiltelefone, die als Wecker dienen sollen, sind noch auf Winterzeit programmiert. Zum Glück wacht Karin auf und weckt mich um 5:45 Uhr. Der Wirt hat ein Frühstück bereitgestellt. Ein klarer Morgen  erwartet uns, über dem Ochsenkopf steht der Halbmond, rot beleuchtet die Sonne die Bergspitzen, als wir aufbrechen.

 

                    Das Große Teufelshorn                                                                  Der Ochsenkopf in der Morgensonne

 

In der noch recht frischen Luft kamen wir gut voran. Erste Trinkpause am Gamskarl, um für den beschwerlichen Weg durch die Steingrube gestärkt zu sein. Die Ostpreußenhütte verschwindet langsam hinter den Berggipfeln, nach zwei Stunden ist der Sattel in 2400 m Höhe am Floßkogel erreicht. Die übergossene Alm mit dem Hochköng und dem Matrashaus liegt im hellen Sonnenschein. Eine kurze Rast vor dem langen Weg zum Gipfelziel. Nun geht es erst einmal 60 Höhenmeter abwärts, weiter über steinige Schroffen ohne nennenswerten Höhengewinn. Nach gut einer Stunde überschreiten wir die Höhe von 2500 m. Mühsam ist das erste Drittel über das Hochplateau mit einigen kleinen Abstiegen. Danach geht der Weg immer häufiger über Schneefelder, wir gewinnen zunehmend an  Höhe. Auch das Matrashaus rückt merklich näher. Nochmals eine Trinkpause,  wo sich der Sommer- und Winterweg teilen.

 

    

                Eine Gams quert unseren Weg                                                                  Rast an der Abzweigung des Winterweges

 

Bei der starken Sonneneinstrahlung und der hohen Temperatur ist viel Trinken ein Muss. Jeder von uns trägt 1 ½  bis 2 Liter im Rucksack. Endlich geht es steiler über Schneefelder aufwärts und damit weniger Kräfte zehrend dem Gipfel entgegen. Stellenweise ist der Firn sehr weich, meist am Rand der Felsen. Wir haben das Glück, dass vor uns zwei Bergsteiger gespurt haben, so sinken wir nur sporadisch tief in den Schnee ein. Der Gipfelaufbau ist erreicht. Vor dem Gipfelanstieg eine kleine Trinkpause für Antonia und mich, Karin will nicht aus dem Rhythmus kommen und steigt weiter. Wir haben sie schnell wieder eingeholt und gemeinsam klettern wir über den kurzen Klettersteig, der mit Eisenleitern und Stahlketten gesichert ist auf das Gipfelplateau.

 

                  Der Kurze Klettersteig                                                                       Auf dem Gipfelplateau

 

Nur noch wenige Meter zum Matrashaus. Am Gipfel liegen 5 ½ Stunden Aufstieg hinter uns. Wolken steigen vom Südosten auf.

 

                            

                              Die letzten Meter zum Gipfel im Hintergrund die Torsäule              Antonia und Karin auf dem Gipfel, Nebel steigt auf

 

Es wird sich entgegen der Wetterprognose doch kein Gewitter zusammenbrauen? Meine Einschätzung ist nein, doch die Pause im Matrashaus begrenze ich auf 45 Minuten, Wolken oder Nebel beim Abstieg erschweren sehr die Orientierung. Ausgiebig wird der Flüssigkeitsverlust ersetzt und eine warme Flädlesuppe sind die Grundlage für den Abstieg.

 

       

  Am Gipfelkreuz des Hochkönigs                                          Das Matrashaus

 

               

                                                 Die Übergossene Alm                                                   Dunkle Wolken ziehen hinter dem Hochkönig auf

 

Noch ein Gipfelfoto und abwärts geht es. Nach zwanzig Minuten kommt uns eine französische Gruppe entgegen, die auch in der Ostpreußenhütte übernachtet hat. Sie wollen die Nacht im Matrashaus verbringen. Ich bin froh, dass Karin und Antonia genügend Kondition haben, noch den langen Abstieg zu bewältigen, denn  die Wolken versprechen für den kommenden Tag kein gutes Wetter. Die Wetterprognose scheint zu stimmen. Begünstigt durch die vielen Schneefelder verlieren wir schnell an Höhe. Ein einsamer Wanderer  kommt uns entgegen. Könnte es Joe sein? Die Schuhe passen nicht zu ihm. Meist geht er in Sandalen. Doch es ist Joe mit neuen Schuhen. Freudig begrüßen wir ihn. Er war am späten Abend auf die Ostpreußenhütte gestiegen, als wir bereits in den Betten lagen. Zwei Stunden Anstieg liegen noch vor ihm. Ob er zur Hütte absteigt, wusste er noch nicht. Joe ist wohl auf dem Matrashaus geblieben, wir haben ihn leider am Abend nicht mehr gesehen. Wieder eine Rast am Sattel des Floßkogels. Dunkle Wolken ziehen hinter dem Gipfel des Hochkönigs auf. Ich bin froh die Übergossene Alm hinter uns zu haben. Der beschwerlichste Teil des Abstieges liegt noch vor uns, die Steingrube.

 

Wolken schieben sich vor die Sonne, damit ist die Temperatur beim Abstieg erträglich. Einige Gämsen scheint es gleichfalls warm zu sein, sie stehen auf den Schneefeldern. Mit großer Konzentration ist jeder Schritt beim Abstieg in der Steingrube  zu setzen, ein Fehltritt in dem steilen Gelände kann schlimme Folgen haben. Endlich ist das Gamskarl wieder erreicht. Nur noch eine gute halbe Stunde den Latschenhang hinab und wir sind an der Hütte.

 

 

                Karsthöhlen                                                                      Ein versteinerter Indianer?

 

Wohltuend zu gehen sind die letzten Meter auf Waldboden bis zur Hütte, die wir  am späten Nachmittag erreichen. Großartig wie Karin und Antonia diese recht lange Tour bewältigt haben und das an einem sehr warmen Sommertag.